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10. August 2005 - Berlin
Mieterbund warnt vor Kostenspirale - Strom, Öl
und Gas 30 Prozent teurer als vor fünf Jahren.
Der Deutsche Mieterbund
und die Verbraucherverbände haben Politik und Wirtschaft
vor weiter steigenden Energiekosten für die privaten Haushalte
gewarnt. Zugleich forderten sie stärkere Anstrengungen,
den Verbrauch von Gas, Öl und Strom zu senken.
Allein in privaten Haushalten ließen sich nach EU-Berechnungen
bis zu 1000 Euro im Jahr einsparen, teilte der Bundesverband
der Verbraucherzentralen in Berlin mit. Verbandschefin Edda
Müller beklagte, daß die erwünschten Energie-Einsparungen
durch Pfusch am Bau verpufften. Der Mieterbund befürchtet,
daß nach starken Aufschlägen auf die Strom-, Öl-
und Gaspreise in den vergangenen Jahren auch in den kommenden
Monaten weiter an der Energiekostenspirale für die Privathaushalte
gedreht wird. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre sei
der Aufwand für Licht, Heizung und Warmwasser um rund 30
Prozent in die Höhe geschnellt, sagte Mieterbund-Direktor
Franz-Georg Rips. Für den Drei-Personen-Haushalt in einer
70-Quadratmeter-Wohnung sei die Belastung jährlich um 300
Euro höher als vor fünf Jahren. Das wirke sich auch
auf den Wohnungsmarkt aus, weil den Mietern Kaufkraft entzogen
würde und den Vermietern Mittel für die Modernisierung
fehlten.
"Die Preisexplosion hält an, ein Ende ist nicht abzusehen",
sagte Rips. Besonders beim Heizöl sei in den nächsten
Monaten "erheblicher Druck im Kessel, weil die Öltanks
noch nie so leer waren wie in diesem Jahr". Das werde vor
Winterbeginn - voraussichtlich im September und Oktober - und
unabhängig von der Weltmarktentwicklung eine preistreibende
Zusatznachfrage auslösen. "Wer dieses Phänomen
mit gering gefüllten Tanks noch aussitzen kann, sollte
vielleicht eher im November und Dezember Heizöl kaufen."
Für Heizöl zahle eine Familie in einer 70-Quadratmeter-Wohnung
in diesem Jahr im Schnitt 616 Euro. Das seien etwa 160 Euro
oder 35 Prozent mehr als im Jahr 2000. Beim Gas habe der Preis
im Mai dieses Jahres um 30,5 Prozent über dem Durchschnitt
des Jahres 2000 gelegen. Für die 70-Quadratmeter-Wohnung
bedeute das binnen fünf Jahren einen Anstieg der Gaskosten
um 135 auf 575 Euro. "Weitere Preissteigerungen sind programmiert,
da die Versorger den Gaspreis an den Höhenflug des Ölpreises
anpassen."
Beim Strom muß der Drei-Personen-Haushalt laut Mieterbund
in diesem Jahr mit einer Mehrbelastung von durchschnittlich
170 Euro im Vergleich zu 2000 rechnen. "Die Liberalisierung
des Strommarktes hat für die Stromkunden nur wenig gebracht",
sagte Rips. Die Verbraucherzentralen erklärten: "Jeder
Euro, den die Privathaushalte mehr für Heizung, Strom und
Benzin ausgeben müssen, schwächt Kaufkraft und Binnennachfrage."
dpa
Artikel erschienen in der Welt - Mittwoch, den 10. August
2005
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