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1. November 2005 - Berlin
Nettokaltmieten stagnieren bundesweit - Nebenkosten
wirken als Preistreiber
Schlechte Zeiten für
Vermieter: Die Nettokaltmieten (Mieten ohne Nebenkosten und
Haushaltsenergie) steigen in Deutschland langsamer als die Verbraucherpreise.
Im Jahr 2004 lag der Mietanstieg mit 0,9 Prozent im bundesweiten
Durchschnitt nur noch knapp halb so hoch wie die allgemeine
Preisentwicklung (1,6 Prozent), heißt es in der Jahresstatistik
des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen
(GdW, "Wohnungswirtschaftliche Daten und Trends 2005/2006").
Im Gegensatz zur Nettokaltmiete entwickelten
sich laut GdW- die Wohnnebenkosten als die tatsächlichen
Preistreiber für das Wohnen. Sowohl die "kalten Betriebskosten"
(+ 2,3 Prozent) als auch die "warmen Nebenkosten (+3,8
Prozent) zogen deutlicher an als die allgemeinen Lebenshaltungskosten.
Im langjährigen Vergleich (2000 bis 2004) hat der GdW für
den Anstieg der Nettomieten 5,3 Prozent ausgerechnet, für
die kalten und warmen Wohnnebenkosten 18,9 Prozent.
Bei der Betrachtung der Mietpreisentwicklung
sind allerdings die Durchschnittswerte wenig hilfreich, weil
sich in Teilmärkten durchaus gegenläufige Entwicklungen
zeigen. So attestiert der GdW dem deutschen Südwesten (Bayern,
Baden-Württemberg) die am deutlichsten gestiegenen Mieten
im letzten Jahr. In den letzten fünf Jahren habe Berlin
den höchsten Zuwachs erzielt. Anders als in den westdeutschen
Bundesländern gehen Vermieter in den ostdeutschen Flächenländern
leer aus: Mietsteigerungen waren nicht durchzusetzen; trotz
allgemeiner Teuerung verharrten Mieten seit 2000 auf gleichbleibendem
Niveau. Ausnahmen von dieser Regel zeigten sich in wenigen begehrten
Lagen einzelner Großstädte. Speziell in Altbauquartieren
dürften Sanierungsmaßnahmen und die sich daraus ergebende
Chance, Mieterhöhungen durchzusetzen, zu einer Mietdynamik
beigetragen, schreibt der GdW. Dabei kann ein teures Wohnquartier
gleich um die Ecke von einem anderen mit Dumpingangeboten liegen.
Im letzten Jahr wirkten insbesondere Preisanstiege
für Heizöl (+11,4 Prozent) und Strom (+ vier Prozent)
als Preistreiber für die Wohnkosten - Faktoren, von denen
Vermieter nichts haben. Für die "warmen Nebenkosten"
stehen im Schnitt 3,8 Prozent zu Buche. Die "kalten Betriebskosten"
kletterten 2004 um 2,3 Prozent. Abwasserentsorgung (2,9 Prozent)
und Wasserversorgung (2,7 Prozent) wurden im Jahresvergleich
auch deutlich teurer. Über zehn Jahre betrachtet hat im
"kalten Bereich" die Müllabfuhr den größten
Preissprung gemacht, bei den "warmen Nebenkosten"
waren es die Kosten für flüssige Brennstoffe. DW
Artikel erschienen in der Welt - Dienstag, den 1. November
2005
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