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20. September 2005
Bauherren müssen bald ohne sie auskommen - egal, welche
Koalition kommt
In punkto Eigenheimzulage
sind sich die Parteien im Ergebnis einig: Die Zulage soll gestrichen
werden. Darüber gab es zuletzt Konsens, wenn auch die Union
im Bundesrat die von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD)
wiederholt versuchte Streichung kürzlich noch einmal verhindert
hatte.
Die Union will die freiwerdenden Mittel der Eigenheimzulage
für den geplanten Kinderbonus bei der Rentenversicherung
einsetzen. Egal also, welche Koalition gebildet wird - die Eigenheimzulage
wird es wohl nur noch 2006 geben. Die bereits bewilligte Eigenheimzulage
läuft natürlich über maximal acht Jahre weiter.
Die Verbände der Immobilienwirtschaft wollen gegen diese
Pläne nach wie vor Sturm laufen. "Gegen eine Abschaffung
ohne einen adäquaten Ausgleich werden wir uns mit Händen
und Füßen wehren", sagte Andreas Zehnder, Hauptgeschäftsführer
des Verbandes der Privaten Bausparkassen. Als Beispiel für
einen angemessenen Ausgleich nannte Zehnder die Einbeziehung
des Wohneigentums in die staatlich geförderte Altersvorsorge.
So müsse es beispielsweise auch für das Bausparen
den staatlichen Zuschuß für die Riesterrente geben,
meinte er. Denn eine eigene Immobilie werde von den meisten
Menschen weiterhin als beste Vorsorge für das Alter angesehen.
Besorgt zeigte sich Zehnder zudem über
zuletzt aufgekommene Überlegungen, die Wohnungsbauprämie
zu streichen. Diese Förderung erhielten nur Lehrlinge sowie
untere Einkommensschichten. Für viele sei dieser Anreiz,
einen Bausparvertrag abzuschließen, der erste Schritt
zum Wohneigentum.
Auch der Eigentümerverband Haus &
Grund fordert, die Wohnimmobilie müsse als Instrument der
privaten Altersvorsorge gleichberechtigt neben anderen Möglichkeiten
der Riesterrente gefördert werden. Haus & Grund schlägt
vor, die Eigenheimzulage zu modifizieren: Sie sollte gezielt
im vorhandenen Gebäudebestand sowie für Neubauten
auf Brachflächen und in Baulücken eingesetzt werden.
So könnten Stadtkerne als Wohnstandort revitalisiert werden.
ru
Artikel erschienen in der Welt - Dienstag, den 20. September
2005
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