|
25. Juni 2005 - Berlin
Experten uneins, ob Bedarf oder Verbrauch zählen
soll
Hausbesitzer müssen
nach einer Richtlinie der Europäischen Union für ihre
Immobilie ab dem Jahr 2006 einen Gebäudeenergiepaß
besitzen. Darin sollen Angaben und Kennwerte über die Energieeffizienz
von Anlagen und Gebäuden enthalten sein.
Fachleute sind sich derzeit jedoch nicht einig, wie der Energiepaß
in der Praxis aussehen soll. Das wurde während einer öffentlichen
Anhörung des Ausschusses für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
in Bundestag deutlich. So hat die Deutsche Energie-Agentur (Dena)
einen Paß vorgestellt, bei dem der theoretische Energiebedarf
einer Immobilie durch ein technisches Gutachten errechnet wird
(Bedarfspaß). Immobilienverbände empfehlen jedoch
einen verbrauchskenntwertbasierten Energieausweis (Verbrauchspaß),
der den tatsächlichen Heizbedarf eines Hauses berücksichtigt
und dessen Ausstellung preiswerter wäre. Ein Verbrauchspaß
könnte laut Berechnungen des Bundesverbands deutscher Wohnungsunternehmen
(GdW) für 15 bis 20 Euro je Gebäude erstellt werden.
Bei einem Bedarfspaß lägen die Kosten für 65
Prozent aller Energiepässe unter 300 Euro. Mieterbund,
Baugewerbe und Umwelttechniker sind gegen den Verbraucherpaß,
der den energetischen Zustand des Gebäudes nicht objektiv
ausweise. DW
Artikel erschienen in der Welt - Samstag, den 25. Juni 2005
|