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26. August 2006 - Interview aus der WAZ Gelsenkirchen
Viel Lebensqualität bei vergleichsweise niedrigen Preisen:
Ralf Robert Hundt, Immobilien-Manager und Sachverständiger,
weiß, was Familien sich wünschen.
Familien brauchen Platz, der bezahlbar
ist. Ein Immobilienmakler erzählt, welche Stadtteile bei
Eltern beliebt sind und welchen Straßen vielleicht noch
ein Boom bevorsteht. Die Zeiten sind vor allem günstig
für Neubauten - denn in der Stadt wird viel gebaut WAZ-SERIE
WIE KINDERFREUNDLICH IST GELSENKIRCHEN?
So oder ganz ähnlich lautet der Wunsch
von vielen in der Stadt: "Familie mit zwei Kindern sucht
3-Zimmer-Wohnung mit Balkon oder Garten und mindestens 80 Quadratmetern."
Der Wohnungsmarkt in Gelsenkirchen brummt, wenn es um bezahlbaren
Raum für Eltern geht. Begehrt sind aber nicht nur entsprechende
Mietwohnungen. Eine echten Ansturm auf Reihenhäuser und
Doppelhaushälften erlebten Buer, Erle und Resse, so Ralf
Robert Hundt, Immobilienmakler und Sachverständiger für
die Bewertung von Grundstücken.
"Der Markt für Eigentumswohnungen
ist stark eingebrochen", sagt Hundt, "weil Familien
sich aufgrund des derzeitig günstigen Zinssatzes lieber
ein Reihenhaus leisten." Für 160 000 Euro, so der
Sachverständiger, bekäme man in der Stadt durchaus
ein Häuschen ohne Keller, aber mit kleinem Garten.
Rund um intakte Einkaufsstraßen liegen
die begehrtesten Quartiere Gelsenkirchens: also in der Nähe
der Cranger Straße in Erle oder der Ewaldstraße
in Resse. "Das lieben Familien einfach", schwärmt
Hundt. "Sie wohnen im Grünen und zum Einkaufen ist
es nicht weit." Dass gerade Resse wenige Spielplätze
oder Kindergärten hat (siehe Artikel unten), scheint bei
der Familienentscheidung für eine Immobilie kaum eine Rolle
zu spielen. Eine gute Gegend und vor allem das Gefühl "unter
ihresgleichen" zu sein, gibt laut Hundt den Ausschlag bei
den meisten Interessenten mit Kindern: "Wenn die Kinder
im Viertel andere haben, mit denen sie spielen können,
dann ist das optimal."
Solche Neubau-Viertel sind an vielen Orten
der Stadt gerade entstanden oder werden geplant, so etwa am
Friedhof in Beckhausen. "Das war der Geheimtipp 2005",
sagt Hundt. "Dort gab´s jede Menge Kaufgrundstücke,
die auf der Basis von Erbpacht bezahlt werden konnten."
Andere brandheiße Neubau-Lagen, die Hundt als die kommenden
Familienviertel der Zukunft sieht, sind die Valentinstraße
in Hassel und in Horst am Golfplatz.
In eines der neuen Neubaugebiete ist Sandra
Lepzsy, Mutter von drei Kindern und frisch gebackene Immobilienbesitzerin,
gezogen. "Wir packen gerade unsere Umzugskartons in einem
Häuschen am alten Straßenbahndepot in Buer, an der
Polsumer Straße, aus." (siehe auch Interview mit
GGW-Geschäftsführer Dirk Miklikowski). "Ganz
toll", schwärmt sie von ihrem Viertel. "Schon
am ersten Tag waren wir keine zwei Minuten hier, als es an der
Tür klingelte und fremde Kinder unseren Ältesten zum
Spielen abholten."
Lepzsy ist nicht nur ein Beispiel für
das Funktionieren des GGW-Konzeptes, mehr bezahlbaren Wohnraum
für Familien zu schaffen, sondern auch dafür, dass
Familien am allerliebsten im Norden der Stadt wohnen. Buer,
Buer, Buer, geben Makler an, wenn sie nach den Wunschvierteln
ihrer Kunden gefragt werden.
"Hier gibt es tolle Spielplätze mitten
in der Stadt", sagt Lepzsy, "und einen Kindergartenplatz
hatten wir auch sofort gefunden." Buer, sagt Makler Ralf
Robert Hundt, habe einfach die gemütlichere Innenstadt,
den Charme der Geschichte. Und es muss keinen Vergleich scheuen
mit anderen Lagen in NRW.
"Die Bodenrichtwerte in Gelsenkirchen-Buer
liegen zum Beispiel unter denen von Essen-Kettwig", sagt
er. Heißt: Bei durchaus vergleichbarer Lebensqualität
zahlen Familien hier für ihr Heim weniger.
So gut Buer abschneidet, so sehr sieht Hundt allerdings auch
noch Verbesserungsbedarf bei vielen Altbauten Gelsenkirchen.
"Es gibt Familien, die gern stadtnah wohnen", meint
er, und geräumige Altbauten böten optimale Größen
für Familien. "Dies ist Wohnraum, der stiefmütterlich
behandelt und selten modernisiert wird." Da müsste,
so Hundt, auch die Stadt mithelfen.
Foto: © www.im-h.com, Text: Jasmin Fischer
Artikel erschienen in der WAZ - Gelsenkirchen - Samstag, den
26. August 2006
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